Simson im Rennsport: Erfolge auf Straße und im Gelände
Simson im Rennsport: Erfolge auf Straße und im Gelände
Simson war nicht nur ein Hersteller für den Alltag – die Marke aus Suhl spielte über Jahrzehnte auch im Motorsport eine Rolle, die im Westen kaum bekannt ist. Vom Straßenrennsport der Nachkriegszeit bis zum internationalen Geländesport der späten DDR-Jahre hat das Werk immer wieder gezeigt, was in seinen Konstruktionen steckt.
Die Anfänge im Straßenrennsport
Bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg belebten die ostdeutschen Werke in Zschopau (IFA/MZ) und Suhl (Simson) den Motorradrennsport neu. Für Simson war die Teilnahme an Rennen auch ein Prestigeprojekt: Erfolge auf der Rennstrecke sollten die technische Leistungsfähigkeit des Werks unter Beweis stellen und dienten als Aushängeschild für die Serienproduktion. Bis 1959 entstanden auf dieser Basis rund 40 werkseigene GS-Rennmaschinen, die teilweise sogar mit 350-cm³-Motoren ausgestattet waren – deutlich mehr Hubraum, als die zivilen Serienmodelle je hatten.
Der Aufstieg im Geländesport
Während Simson im Straßenrennsport eher im Schatten von MZ stand, entwickelte sich das Werk im Geländesport – dem heutigen Enduro-Sport – zu einer festen Größe. Über 35 Jahre lang war Simson in dieser Disziplin aktiv, mit eigens entwickelten Werksmaschinen der GS-Baureihe.
Der Höhepunkt dieser Geschichte fällt in das Jahr 1990: Thomas Bieberbach aus Marisfeld wurde auf einer Simson GS 80 WKH Weltmeister – in der allerersten Austragung einer echten Enduro-Weltmeisterschaft, die in jenem Jahr die bisherigen Europameisterschaften ablöste. Es war der erste und bislang einzige deutsche Weltmeistertitel auf einer Simson und zugleich der größte sportliche Erfolg, den das Suhler Werk in seiner gesamten Geschichte im Geländesport erringen konnte.
Die Ironie der Geschichte: Dieser sportliche Triumph fiel zeitlich fast exakt mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch des ostdeutschen und osteuropäischen Zweiradmarkts zusammen. Während die GS 80 auf internationalen Geländestrecken Weltmeisterehren einfuhr, geriet das Werk in Suhl bereits in wirtschaftliche Turbulenzen. Es sollte über ein Vierteljahrhundert dauern, bis ein deutscher Fahrer diesen Erfolg in der Disziplin wiederholen konnte.
Ein technisches Erbe
Die im Rennsport gewonnenen Erkenntnisse flossen immer wieder in die Serienfertigung zurück, etwa in Form robusterer Fahrwerke oder verbesserter Motorenkomponenten. Bis heute gelten die werkseigenen GS- und Enduro-Modelle unter Sammlern als besonders begehrt, gerade weil sie diese sportliche Historie verkörpern.
Für Besitzer einer Simson, die ihre Maschine wieder in einen fahrbereiten oder gar renntauglichen Zustand versetzen möchten, lohnt sich ein Blick auf Ersatzteile für Simson – von Verschleißteilen bis zu schwerer zu findenden Komponenten für ältere Modelle.
