Nach dem Ersten Weltkrieg unterlag die deutsche Rüstungsindustrie strikten Auflagen. Die Interalliierte Abrüstungskommission untersagte die Herstellung von Militärwaffen für den Inlandseinsatz, ließ jedoch zu, dass defekte P‑08‑Pistolen der Reichswehr instand gesetzt wurden. Da das ehemalige Waffenarsenal in Erfurt geschlossen bleiben musste, wurden die dafür nötigen Maschinen nach Suhl verlagert und der jüdischen Firma Simson & Co. die Fertigung übertragen. 1925 schrieb das Reichswehrministerium einen großen Auftrag zur Produktion neuer Parabellum‑Pistolen aus; Simson nahm ihn an und wurde dadurch zum größten Waffenproduzenten der Region sowie zum einzigen offiziell lizenzierten Hersteller von Militärpistolen und Maschinengewehren. Von da an musste die Reichswehr ihre Handfeuerwaffen ausschließlich bei Simson bestellen.